Die vier Kerzen:

Vier Kerzen brannten am Adventskranz.
Es war ganz still. So still, daß man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte: "Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden". Ihr Licht wurde immer kleiner und erlosch.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: "Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüßig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen." Ein Luftzug brachte die Kerze zum Erlöschen.

Traurig und leise meldete sich die dritte Kerze: "Ich heiße Liebe, aber ich habe keine Kraft mehr. Die Menschen sehen sich nur noch selber und nicht die anderen, die sie liebhaben sollen." Mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht erloschen.

Da kam ein Kind ins Zimmer herein und fing fast zu weinen an: "Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein"!

Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort: "Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung!"

Da nahm das Kind diese Kerze und zündete mit ihrer Flamme auch die anderen Kerzen wieder an.

 


Das Mädchen gegenüber von mir blickt traurig. Ihre Augen sind leer. Früher konnte man das Glück in ihnen funkeln sehn. Ihre Haut wirkt blass. Sie presst ihre trockenen Lippen zusammen. Sie will schreien. Sie fängt an zu zittern, zu beben. Sie schaut mich an, und plötzlich rollt eine Träne über ihr Gesicht. Ich strecke meine Hand aus und will das Mädchen streicheln. Doch das einzige was ich berühre ist der kalte Spiegel gegnüber...